Wie im Titel des vorliegenden Beitrages bereits angedeutet, geht es dieses Mal um einen Schauplatz in Simmering, der sich in Wassernähe befindet. Aber wo genau könnte man sich da auf Spurensuche begeben? - Anhand der folgenden Szenenbilder haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Möglichkeit, den genauen Ort des hier gezeigten Geschehens selbst herauszufinden:
Szenenbilder am Original-Drehort in Simmering. [1]
Bildnachweis: Screenshot aus „Ausgebremst“, Min.: 03:20-03:40, Bearbeitung Pelikan.
Falls Sie sich des Genres noch nicht sicher sein sollten, folgen zwei weitere Bilder, die Sie in die richtige Richtung denken lassen dürften:
Szenenbilder am Original-Drehort in Simmering. [1]
Bildnachweis: Screenshots aus „Ausgebremst“, Min.: 00:40-01:05 Bearbeitung Pelikan.
Wenn Sie nun richtig getippt haben, so sind Sie sicherlich auf die österreichische Produktion „SOKO Donau“ gestoßen. In der Episode 10, Staffel 10 [3] „Ausgebremst“, mit den Darstellern Gregor Seberg, Stefan Jürgens, Lilian Klebow, Dietrich Siegl und vielen anderen aus dem Jahr 2015 wurde das Drehbuch von Peter Evers und Max Gruber unter der Regie von Olaf Kreinsen unter anderem am Alberner Hafen in Simmering in Szene gesetzt.
Der entscheidende Hinweis auf den Drehort findet sich auf dem rechten der ersten beiden Bilder, so steht auf dem Schild „Objekt 12 Hafenaufsicht“ (siehe auch Bild unten). Damit ist der Hafen als Drehort identifizierbar, zudem bilden die gelben Silos unverkennbar den Hintergrund für diese Aufnahmen.
Drehort von „Ausgebremst“, 1. Molostraße, Alberner Hafen, aktuelle Ansicht.
Bildnachweis: Screenshot Google Maps 2026, Bearbeitung Pelikan.
Der Tat-“ bzw. Fundort der ‚Leiche‘ selbst lässt sich ebenfalls rekonstruieren, es handelt sich dabei um eine Beton-Leitschiene der gelben Silos, wie dies auf den zweiten Doppelbildern zu erkennen ist.
Drehort „Ausgebremst“, 1. Molostraße, Alberner Hafen.
Links im Vordergrund der „Tatort“, ein Teil der Unterkonstruktion der Silos.
Bildnachweis: Screenshot Google Maps 2026, Bearbeitung Pelikan.
Da nun die fiktiven Szenen der Realität gewichen sind, möchte ich Ihnen einige interessante Fakten zum Alberner Hafen näherbringen. In diesem Zusammenhang soll auch kurz auf einen sehr gut bebilderten Beitrag des Wien Museums [4] hingewiesen werden, in dem der historische Hintergrund detailliert und mit vielen alten Ansichten dokumentiert ist.
Der Ort Albern kam erst nach dem Staatsvertrag 1955 zum 11. Wiener Gemeindebezirk, als Teil des 11. Wiener Gemeindebezirks Simmering ist er seit 1956 auch im Bezirkswappen vertreten, und zwar im unteren Bereich mit den gekreuzten Fischen, der an die Tradition des Fischfangs verweist.
Die in der Zeit der NS-Diktatur geplante Hafenanlage mit ihrer imposanten Industriearchitektur sollte als Groß-Hafen Wien zum ‚Hamburg des Ostens‘ machen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 blieb es jedoch bei dem begonnenen ‚Stückwerk‘, das auch später nicht mehr in der geplanten Form vollendet werden sollte. [5] Der in diesem Beitrag gezeigte Getreidehafen ist aber heute noch in dieser Funktion in Verwendung.
Alberner Hafen, 1975.
Bildnachweis: Johannes Hradecky, 175 Jahre Eisenbahn in Simmering, 2021, S. 76.
Auf dieser Aufnahme sehen wir das einzige, heute noch bestehende Hafenbecken mit den Speichergebäuden, von dem ursprünglich drei geplant gewesen wären. An der Stelle der beiden nicht gebauten Hafenbecken befindet sich heute das bekannte „Blaue Wasser“ mit seinem dichten Auwald. [6] Interessant in Bezug auf die Topographie erscheint, dass sich die rein funktionalen Getreidespeicher mit ihren glatten Fassaden und symmetrisch angeordneten Fenstern [7] in Verbindung mit dem Augebiet und dem Friedhof der Namenlosen auch heute noch als kontrastierende und doch zu einer untrennbaren Einheit verbundenen Landschaft präsentieren.
Die drei geplanten Hafenbecken, der heutige Alberner Hafen entspricht dem rot markierten Bereich.
Bildnachweis: Wien Museums-Magazin.
Ansicht der heutigen Hafenanlage, 2026.
Bildnachweis: Screenshot Google Maps 2026.
Damit endet auch schon der Beitrag dieses Monats. Ich hoffe, Sie hatten wieder viel Spaß beim Erraten der Örtlichkeit und freue mich, wenn Sie mich im nächsten Beitrag an einen weiteren Filmschauplatz in Simmering begleiten.
Beitragersteller: Thomas Pelikan
[1] https://www.youtube.com/watch?v=bRSOYWUh2ik&t=214s, sowie https://on.orf.at/video/14305382/soko-donau-916-ausgebremst.
[2] https://www.youtube.com/watch?v=bRSOYWUh2ik&t=214s, sowie https://on.orf.at/video/14305382/soko-donau-916-ausgebremst.
[3] https://www.imdb.com/de/title/tt4333436/fullcredits/.
[4] https://magazin.wienmuseum.at/alberner-hafen.
[5] https://magazin.wienmuseum.at/alberner-hafen.
[6] https://magazin.wienmuseum.at/alberner-hafen, bzw. Friedrich Achleitner, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer in vier Bänden, Band III/1, Wien 1.-12. Bezirk, S. 297.
[7] Bundesdenkmalamt (Hg.), Dehio Wien, X. bis XIX. und XXI. bis XXIII. Bezirk, Wien 1996, S. 60.
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